Außenputz

Welche Unterschiede gibt es beim Fassadenputz?

Der Fassadenputz sorgt für eine schöne Optik und schützt die Bausubstanz vor Regen, Schnee und chemischen Einflüssen. Foto: StoMuss der Fassadenputz erneuert werden, haben Verbraucher meist die
Wahl zwischen Mineral-und Kunstharzputzen. Was aber sind eigentlich die
Unterschiede zwischen den beiden Putzarten?
Irgendwann bröckelt auch an der schönsten Fassade der Putz. Das kann zwar
viele Jahrzehnte dauern, doch ist er dann mal schadhaft, muss eine neue
Beschichtung her. Der Außenputz hat nämlich wichtige Aufgaben: Er schützt die
Bausubstanz vor eindringendem Regen, Schnee und chemischen Einflüssen.In der Regel stehen Hausbesitzern zwei Haupt-Putzarten zur Verfügung (siehe
Abbildungen unten). Das sind zum einen mineralische Außenputze und zum anderen
Kunstharzputze. Unterschiedliche Bindemittel führen dazu, dass beide
Putzgruppen auch unterschiedliche Eigenschaften haben.Mineralischer Putz: Der Natürliche

Die Bindemittel Kalk, Zement und Sand sind die Hauptbestandteile
mineralischer Putze. Diese anorganischen Inhaltsstoffe machen den Putz
weitgehend unempfindlich gegen den Befall von Schimmelpilzen, Algen und
Bakterien. Da es sich ausschließlich um rein natürliche Bindemittel handelt,
empfehlen sich Mineralputze auch für eine baubiologisch einwandfreie
Sanierung. Gleichzeitig verfügt diese Putzart über sehr gute
Diffusionseigenschaften. Deshalb kann Feuchtigkeit problemlos wieder nach
außen gelangen, wenn sie sich von der Gebäudeinnenseite her an der Wand
niedergeschlagen hat oder durch kleine Risse im Putz in die Bausubstanz
eingedrungen ist. Diese feuchtigkeitsregulierende Eigenschaft zählen
Verfechter mineralischer Putze denn auch zu deren Hauptvorteilen.

Bei der Verarbeitung ist allerdings einiges an Geduld nötig. Denn
mineralischer Putz bindet nur langsam ab und braucht eine Weile, bis er
vollständig durchgetrocknet ist. Da er bei der Verarbeitung an die Wand
angeworfen werden muss und das gleichmäßige Ausstreichen anschließend nur mit
einiger Übung gelingt, gehört das Aufbringen unbedingt in die Hand von
Fachhandwerkern.

… in traditioneller Optik: Mineralische und Kunstharzputze sehen immer gut aus. Foto: quick mixKunstharzputz: Der Vielseitige Neben den anorganischen Bestandteilen Kalk und Zement werden Kunstharzputz
noch organische Bindemittel beigefügt, etwa Polyester- oder Epoxidharze.
Daneben finden sich chemische Hilfsstoffe wie Lösemittel und weitere
Substanzen, die den Bewuchs mit Pilzen und Algen verhindern sollen.
Kunstharzputze sind zwar unempfindlich gegen Wasser, so dass sie selbst
Schlagregen vertragen. Sie verfügen aber nur über mäßige
Diffusionseigenschaften und trocknen relativ langsam ab – was die Ansiedlung
von Bewuchs begünstigen kann.Unter Fachleuten umstritten ist, ob durch die schlechteren Diffusionswerte
die Haltbarkeit des Putzes beeinträchtigt wird, weil einmal eingedrungenes
Wasser zu Druckbildungen unter dem Putz führen kann. Unumstritten ist jedoch,
dass Kunstharzputze auf einer Vielzahl von Untergründen festen Halt finden.
Das macht sie überaus vielseitig einsetzbar. Zudem härten sie sehr viel
schneller aus als anorganische Putze. Weiterer Vorteil: Während mineralische
Putze in der Regel nur als Dickschichtputz ab einer Stärke von 1,5 Zentimetern
aufgetragen werden, lassen sich Kunstharzputze millimeterdünn aufziehen. Das
macht ihre Verarbeitung sehr viel einfacher und schneller.Mineralische und Kunstharzputze sind heute als fertige Trockenmischungen
erhältlich und lassen sich einfach mit Wasser anrühren. Welche Putzart den
Vorzug erhält, hängt dabei von den baulichen Gegebenheiten vor Ort ebenso ab
wie von den Ansprüchen, die an einen Außenputz gestellt werden.